Fachveranstaltung

„Entkoppelt vom System“  –  Eine Studie des Deutschen Jugendinstituts
- Vorstellung und Diskussion der Ergebnisse –
am 07.10.2015 in der Johann Daniel Lawaetz-Stiftung von 15:00 – 18:30 Uhr

Programm und Anmeldeformular

„Der Übertritt in die Volljährigkeit ist ein biographisch neuralgischer Punkt insbesondere für Jugendliche, die ohnehin schon schwierige Ausgangsbedingungen  haben,  wie schwierige familiäre Bedingungen, schwierige Bildungs- und Ausbildungsverläufe, gesundheitliche Beeinträchtigungen, Suchterfahrungen  oder Obdachlosigkeit.“ So Tatjana Mögling vom Deutschen Jugendinstituts (DJI),  eine der Autorinnen der Studie „Entkoppelt vom System“  auf der Fachveranstaltung.

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Tatjana Mögling (DJI) und Burkhard Plemper (Moderation)

Präsentation von Tatjana Mögling (DJI)

Studie des DJI

Laut der  Studie des DJI laufen  diese  jungen Menschen Gefahr von allen Systemen entkoppelt zu werden. In Deutschland sind derzeit rund 21.000 junge Menschen davon betroffen. Sie gehören zur Gruppe der „Disconnected Youth“. Das sind junge Menschen mit problematischen Lebenslagen, die aus sämtlichen institutionellen Kontexten herausgefallen sind. D.h. sie befinden sich weder in Schule und Ausbildung noch in Erwerbsarbeit und bekommen auch keine SGBII-Leistungen.

Die Forscher untersuchten insbesondere, wie sich die Entkopplungsprozesse gestalten, welche Rolle dabei die  öffentlichen Unterstützungsstrukturen, insbesondere die der Jugendhilfe spielen, und wie diese  Verselbständigungsprozesse besser unterstützt werden können.

Sie fanden unter anderem heraus, dass eine präventive Arbeit der Jugendhilfe positive Lebensverläufe „entkoppelter“ Jugendlicher und junger Erwachsener unterstützt, und dass niedrigschwellige Angebote der Jugendhilfe „entkoppelte“ Jugendliche am besten erreichen. Nach der Volljährigkeit sollte die Stabilisierung langfristiger unterstützt werden und die Angebote der verschiedenen Rechtskreise sollten besser aufeinander abgestimmt werden. Darüber hinaus sollten bezahlte, kurzfristig bereitgestellte und wertschätzende Tätigkeitsgelegenheiten, z.B. in Form von niedrigschwelligen Angeboten für Geringqualifizierte – ergänzend zu weiterhin bestehenden (Re-)Integrationsangeboten - geschaffen werden. Weiterhin sollten Jugendhilfeträger Zugang zu Wohnraum erhalten. Darüber hinaus sollte die Begleitung in den eigenen Wohnraum finanziert werden.

 

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Heinz Bründel (HaKiJu), Yasmin Asadie (Jugend Aktiv Plus/Nordlicht e.V), Peter Hoffmann (Jugendamt Altona), Kirsten Holert (BASFI), Olaf Schumacher (Lawaetz-Service GmbH), Roger Hasenbein (StraSo Altona)

Im Anschluss an den Vortrag von Tatjana Mögling (DJI) erörterten Vertreterinnen und Vertreter der Jugendhilfe und Arbeitsmarktintegration, welche Maßnahmen und Schritte in Hamburg unternommen werden, die entkoppelten Jugendlichen und  jungen Erwachsenen zu erreichen, sie zu integrieren und ihnen den Weg in Qualifizierung, Ausbildung oder Arbeit zu erleichtern.

Deutlich wurde, dass in den letzten Jahren mit der Ausweitung der Sozialräumlichen Hilfen und Angebote, der Implementierung der Jugendberufsagentur, und nicht zuletzt mit Projekten wie Jugend Aktiv Plus sowohl in der Prävention, als auch im Hinblick auf die niedrigschwellige Erreichbarkeit und der rechtskreisübergreifenden Zusammenarbeit vielerlei Anstrengungen unternommen wurden. Auch die im Rahmen von Jugend Aktiv Plus bereitgestellten Qualifizierungs- und Jobprojekte entsprechen den Empfehlungen des DJI. Schwierig bleibt es jedoch genügend bezahlbare Wohnungen für diese Zielgruppe zu akquirieren. Hier versucht Hamburg u.a. mit Angeboten der Lawaetz-Service GmbH und mit weiteren Projekten Abhilfe zu schaffen.

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Oliver Thieß (HWK), Margit Heitmann (BASFI), Burkhard Marian (JBA Mitte), Jens Riege (JBA Altona), Thomas Humbert (Jugend Aktiv Plus /JobKontor), Prof. Dr. Simon Günthner (HAW)

Das Thema fand beim Fachpublikum insgesamt großes Interesse: Rund 130 Teilnehmer/-innen folgten interessiert dem Vortrag und der Diskussion, die beim abschließenden Fingerfood der Produktionsschule der BI Elbinseln noch vertieft werden konnte.

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Birgit Stephan (BASFI), Tatjana Mögling (DJI),Burkhard Marian (JBA Mitte), Jens Riege (JBA Altona), Philipp Ahlemeyer (GANGWAY e.V.), Moderation: Burkhard Plemper

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